Fraktale - Birgit Lindemann Bildhauerei Lichtobjekte Kunstkurse

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Fraktale Werke
Die fraktale Geometrie ist eine der „ Sprachen" mit deren Hilfe sich Ordnungsprinzipien im Chaos zeigen lassen.
 
In der Alltagssprache gilt Chaos als das Gegenteil oder die Abwesenheit von Ordnung. Das Wort selbst stammt aus der griechischen Mythologie. Nach Hesiods Theogonie um 700 v. Chr. war am Anfang das Chaos- eine grenzenlose Leere, aus der die Erde entstand. Ähnlich heißt es in der Genesis: „Und die Erde war wüst und leer". Auch die Schöpfungsmythologien vieler anderer Völker beginnen im Chaos.
 
Mathematik und Naturwissenschaften sprechen dagegen von „chaotischen „Systemen , wenn deren Entwicklung nicht vorhersehbar, nicht determiniert ist. Paradox erscheint daher der Begriff deterministisches Chaos. Dieses Chaos- auf den ersten Blick bloßer Zufall- entsteht gesetzmäßig zum Beispiel in Turbulenzen.
 
Trotzdem ist das Verhalten deterministisch chaotischer Systeme nicht absolut berechenbar, da sie sehr empfindlich auf kleinste Veränderungen von Anfangsbedingungen reagieren. Weil sich Startwerte jedoch prinzipiell nicht beliebig genau ermitteln und damit nie exakt wiederherstellen lassen, ist eine Vorausberechnung unmöglich.
 
„Deterministisches Chaos" bedeutet aber nicht nur Enttäuschung über missglückte Vorhersagen. In der scheinbaren Regellosigkeit gibt es geordnete Strukturen, die über die Mathematik (Feigenbaum- Szenario) weitestgehend erfasst werden können, auch wenn eine minimale Möglichkeit für den Flügelschlag des Schmetterlings bleibt, den Orkan auszulösen.
 
In diesem Begriff befindet sich dann auch die Verbindung von religiös/ philosophischer Welterklärung und mathematischer/physikalischer Weltsicht. Das scheinbare Chaos des Urzustandes erscheint deterministisch fundamentiert und enthält eine Regelgeleitetheit Dennoch ist die Welt nicht berechenbar. Natur und Mensch und Maschine bleiben deterministisch - chaotisch.
"Im Puls", 2009
"Im Puls" Video
Wir uns ein Fraktal auch als einen dreidimensionalen Raum vorstellen, in dem wir uns befinden, als Spiegelbild von Teilen unserer Welt. Der Mensch selbst kann vom Phänotypischen her auch als eine fraktale Struktur aufgefasst werden. Die Menschen sehen von Weitem gesehen alle sehr ähnlich aus, sie verhalten sich sehr ähnlich, ernähren sich ähnlich, pflanzen sich ähnlich fort. Trotzdem unterscheiden sie sich- jedes einzelne genau wie jedes Sandkorn sich von dem anderen unterscheidet, obwohl sie ein sehr sehr hohes Maß an Selbstähnlichkeit aufweisen. Es wurde aber auch versucht, die Chaostheorie auf die Denkprozesse und Prozesse der Creation anzuwenden, weil es sich hier ebenfalls um nicht lineare Systeme handelt, wo offene Systeme von vielen Variablen beeinflusst werden können.

Ein besonderer Effekt dieser Arbeit ist der sog. Moiree- Effekt. Zwei Scheiben, die in jeweils einem Kasten sind, haben das gleichen Muster, den gleichen Ausschnitt und werden durch Schrittmotoren gegeneinander bewegt. Damit entsteht ein Flimmereffekt. ( ein sog. Moireeeffkt). Dieser Moireeeffekt erzeugt eine gewisse räumliche Tiefe und nicht nur das- er erzeugt auch den Eindruck, dass ich bestimmte Zustände nicht recht fixieren kann, also eine Art „Verschwommenheit“. Die Bewegung, die hier stattfindet, ist so, dass ganz bestimmte Impulse scheinbar von einem Kasten zum anderen weitergeleitet werden. Alle Kästen sind miteinander in Beziehung, nicht nur durch das Optische, sondern auch durch die Art und Weise, wie sie bewegt werden. Es scheint manchmal so, als wenn eine Art Interaktion zwischen den einzelnen Kästen stattfindet.

In den einzelnen Kästen selbst sieht man, wenn man genau hinschaut, Silhouetten von Menschen. Der Mensch ist eingebunden in die Welt, die man beschreiben kann als eine fraktale
Organisation. Jeder Kasten nun ist verbunden mit einem Kabel mit einem PC, d. h. sie sind vernetzt miteinander, gleichzeitig werden sie aber auch gesteuert. Wenn man im Bild bleibt, sind sie fremd gesteuert, nämlich durch den PC. Die Assoziationsmöglichkeiten sind natürlich, dass die Welt, wie wir sie sehen, gesteuert ist, fremd gesteuert oder durch Menschen gesteuert. Das ganze weckt Assoziationen zum Film „Welt am Draht“ oder der Matrix- Trilogie, in der genau dieses Thema vorkam. Wenn die Welt nun gesteuert ist, Schnittstelle PC, stellen sich die Fragen: Haben wir einen freien Willen? oder Sind wir vorbestimmt? oder Gibt es Zufall?


"Fraktal"
"Fraktal" Video
Elemente
Ovid: Schöpfungsmythos:
„ Wo die Erde nun war, dort war auch Luft und Gewässer.
Nicht zum Stehn war jetzo das Land, noch die Woge zum Schwimmen,
Noch voll Lichtes die Luft: kein Ding hatt‘ eigene Gestalt noch.
Anderes war dem anderen feind: in dem selbigen Körper
Übete Kaltes den Kampf mit Hitzigem, Feuchtes mit Trockenem,
Weiches rang mit Hartem, und Lastendes gegen das Leichte“.

Diese Grundkräfte, die wir gerade gehört haben sind Kalt/Heiß, Feucht/Trocken, Hart/Weich, Lastend (Schwer)/ Leicht Interessanterweise gibt es in der Grundlagenphysik der Quantentheorie ebenfalls 4 Grundkräfte, nämlich die Gravitation, die elektromagnetische Kraft, die starke Kraft und die schwache Kraft. Aber nicht nur dort finden wir 4 Kräfte, im Grunde Elemente, aus denen die Welt nach Ovid geschaffen ist, sondern auch in der Alchemie finden wir Elemente, die die Welt beschreiben als Grundlagen der Substanz der Materie und überhaupt des ganzen Seins. Die Grundelemente, die dort vorkommen, sind Feuer, Erde, Wasser und Luft. Und nicht nur in der Alchemie finden wir diese Elemente, sondern auch im Schamanismus, im Druidentum, im sog. Medizinrad tauchen sie ebenfalls auf. Elemente können auch aufgefasst werden als psychosoziale Veranlagungen. So sagt man z. B., dass ein Mensch,der besonders mit der Erde verbunden ist, einen besonders sicheren Stand auf dem Boden hat, dass er besonders viel Realitätssinn hat, seine Finanzen im Griff und mit seinem Körper in Harmonie lebt. Ein Mensch, der besonders mit dem Element Wasser verbunden ist, ist sehr emotional, lässt sich mitreißen von starken Gefühlen, ein Mensch, der sehr mit dem Element Luft verbunden ist, ist besonders gut darin, Dinge zu erdenken, Neues im Geist zu schaffen, manchmal auch Verbundenheit mit Rationalität. Ein Mensch, der stark mit dem Element Feuer verbunden ist, lebt stark Emotion von Hitze, von Aufwallung, aber es ist auch verbunden mit Kreativität, und auch mit Spiritualität. Alchimistisch gesehen, ist das Zentrum der Elemente der sog. Stein des Weisen, es ist die Suche nach dem Gold, im allegorischen, im übertragenen Sinne, von dem, was Mensch ausmacht. Es ist die Suche nach dem Menschen als heiliger Mensch, wobei heilig als Ganz verstanden wird. Die Installation Elemente versinnbildlicht nun diesen alchimistischen, quantentheoretischen, im schamanistischen Prozess, in einer Visualisierung dass in der Mitte ein großer Kasten ist, um ihn herum, in der Anordnung eines griechischen Kreuzes, die vier Elemente. Diese Elemente nehmen jeweils Bezug zur Mitte. So sind sie nicht nur durch die Kabel miteinander verbunden, sondern im mittleren Kasten sieht man auch die Bezogenheit des Menschen nach Außen und zur Mitte hin.

"Elemente"
"Elemente" Video
"Fraktal 2"
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